Die weite Welt zu Gast in der HLW/FW Haag

Wie aktuell ist heute noch eine Seligsprechung – ist das ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, oder hat so etwas auch heute noch Aktualität?

Diese Fragen stellten wir uns im Rahmen des Religionsunterrichtes – aus gutem Grund, denn heuer war ja immerhin das Jahr, in dem eine gewisse Agnes Gonxha Bojaxhiu, bekannt unter dem Namen „Mutter Teresa“ selig gesprochen wurde.


Der „Engel der Armen“, wie Mutter Teresa auch bezeichnet wurde, gründete den weltweit tätigen Orden der „Schwestern der Nächstenliebe“. 4500 Schwestern kümmern sich in vielen Ländern um die Ärmsten der Armen. Darunter gibt es auch eine Niederlassung des Ordens in Wien.

Ein kurzer Anruf genügte, und die Schwestern waren bereit nach Haag zu kommen und uns aus ihrem Leben zu erzählen.
Ich wusste nicht, was da auf mich zu kam, als ich Schwester Alfina und Schwester Agens vom Zug abholte.
Am Ende des Schultages aber mussten wir feststellen, dass unser Horizont wieder ein Stück weiter geworden ist.
Schwester Alfina kommt aus Indien, sie erzählte aus ihrem Leben, wie sie in den Orden kam und über die Verhältnisse in ihrem Heimatland.

Schwester Agnes ist Kenianerin. Auch sie hat uns über ihr Leben erzählt (nebenbei bemerkt in Englisch, zur Freude der Englischprofessorinnen und des Englischprofessors an der Schule).
In Wien hat der Orden die Aufgabe, Essen für die Obdachlosen der Stadt zu kochen. Etwa 100 Menschen kommen täglich, um wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag zu sich zu nehmen. Nebenbei betreuen die Schwestern auch ein Mutter-Kindheim und vermitteln Adoptionen von Kindern aus der sogenannten „3. Welt“.
Was uns beeindruckt hat ist die Tatsache, dass die Schwestern keinerlei Besitz haben. Das hat dann zur Folge, dass sie sich kein Auto leisten, ja nicht einmal eine Waschmaschine besitzen (Schwester Alfina meinte dazu lächelnd: „Hände sind auch eine gute Waschmaschine!“).

Und dann war da noch die Sache mit den Sprachen. Schwester Alfinas Muttersprache ist „Malealam“, eine Sprache, deren Alphabet alleine schon aus über 200 Buchstaben besteht. Für so machen Schülerin an unserer Schule ein wahrer Segen, dass bei uns doch Englisch, Französisch und Spanisch unterrichtet wird!
Schwester Agnes spricht Suaheli. Etwas einfacher, aber auch ganz schön schwierig.

Nach den Erzählungen der Schwestern haben wir gemerkt, dass es falsch ist, von einer „ersten“ und einer „dritten“ Welt zu sprechen, es ist doch nur „eine“ Welt, in der wir alle leben.

Ich hoffe, dass ich mit Hilfe der zwei „coolen Schwestern“ (ich zitiere hier eine Schülerin) ein bisschen zum Verständnis für einander beitragen konnte.

Eines ist klar, die Schwestern kommen wieder, das haben sie uns versprochen!
Und bis dahin gilt das, was uns Sr. Agnes gewünscht hat:

Mungu akumbariki nini note! Gott segne Euch!

Mag. Andrea Teichmann